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Frische Luft im Kinderzimmer

27. September 2016 | Kategorie: Ratgeber

Natürlich sollten Kinder Ihre Freizeit idealerweise draußen in der Natur und an der frischen Luft verbringen. Spielen, toben und einfach Kind sein. Gerade jetzt im goldenen Herbst macht es besonders viel Spaß, Blätter und Kastanien zu sammeln, mit Regenkleidung und Gummistiefeln die Pfützen zum Spritzen zu bringen und sich so richtig auszutoben.

Zurück daheim geht es dann mit der Quietscheente in die Badewanne und dem neuen Lieblingsschlafanzug ins bequeme Bett. Klingt nach einem perfekten Herbsttag. Oder?

Tatsache ist leider, dass an einem Tag, wie dem beschriebenen, zahlreiche Giftstoffe und gesundheitsschädliche Einflüsse auf Ihr Kind eingeprasselt sein können.

PVC- der gefährliche Weichmacher im Kunststoff

Regenkleidung und Gummistiefel enthalten - genau wie die Quietscheente, Fußbodenbeläge, Duschvorhänge und viele weitere Kunststoffartikel - zumeist gefährliches Weich-PVC. Ein hormoneller Schadstoff, der für Föten im Mutterleib und Kleinkinder besonders gefährlich ist.

In frühester Kindheit können diese Phthalate zu gravierenden Langzeitschädigungen der Gesundheit führen. Kinder wachsen und entwickeln sich noch. Die Schäden, die solche hormonellen Schadstoffe anrichten können, sind dann besonders gravierend, da das Hormonsystem angegriffen und verändert wird, das den gesamten Stoffwechsel des menschlichen Körpers steuert.

Missbildungen der Geschlechtsorgane, verfrühte Pubertät, erhöhtes Krebsrisiko, Tendenzen zu Allergien, Diabetes, Fettleibigkeit, Störungen der Gehirnentwicklung, Verhaltensauffälligkeiten sowie „verweiblichen“ oder „vermännlichen“ sind nur einige der zahlreichen Auswirkungen, die der Kontakt mit PVC-haltigen Produkten mit sich bringen kann. Aber was heißt überhaupt 'Kontakt'?

So gelangen Giftstoffe in den Körper

Wir nehmen ständig Giftstoffe auf. Über die Atmung nehmen wir mit der Luft Feinstaub auf, an den sich ausgegaste Giftstoffe binden. Auch über die Haut gelangen diese Gifte in unseren Körper und Blutkreislauf, genau wie über belastete Nahrungsmittel. Einige Giftstoffe, wie Lösungsmittel, gasen innerhalb weniger Stunden bis Tage in sehr hoher Konzentration aus. Ist man in dieser Zeit den Giftstoffen ausgesetzt, kann dies zu Symptomen und Langzeitschäden führen, die durchaus extreme Folgen haben können. Phthalat-Weichmacher dünsten zwar langsam, aber dauerhaft aus. Ein PVC-Produkt ist also eine ständige Giftquelle. Erst wenn es porös geworden ist, kann man davon ausgehen, dass alle Weichmacher entwichen sind.

Quelle und weiterführende Informationen zum Thema PVC im Ratgeber für PVC-freie Kindergärten und Kinderzimmer: http://www.bund.net

Das ganz reale Monster unter dem Bett!

Kinder verbringen sehr viel Zeit in ihrem Zimmer. Spielen, lernen, toben und schlafen dort. Wievielen Schadstoffen Sie dabei ausgesetzt sind, hängt davon ab, wie Sie das Zimmer eingerichtet haben, wo Sie wohnen, welche Reinigungsmittel Sie nutzen. Vor allem aber, wie oft Sie lüften.

Schadstoffe sind in unserer modernen Welt leider allgegenwärtig. Gerade in Großstädten stellt die Belastung der Luft durch Feinstaub aus Verkehr und Industrie ein großes Problem für die Gesundheit der Kinder dar. Lüften ist das wichtigste und probateste Mittel gegen jegliche Gifte, die innerhalb der Wohnung aus bestimmten Produkten oder durch Schimmelbildung entweichen. Je mehr Schadstoffe von außen durch das Lüften in die Wohnung gelangen, desto weniger nimmt die Belastung des kindlichen Organismus ab. Und gerade Kinder sind mit ihrem nicht vollständig ausgebildeten Immunsystem besonders anfällig für die Auswirkungen aller auf sie einströmenden Einflüsse. Leber und Niere haben ihre Entgiftungsfunktion noch nicht voll wahrgenommen, es kommt schnell zu Gesundheitsschäden. Neben dem bereits erwähnten PVC bilden die sogenannten VOCs die zweite große Gefahr im Kinderzimmer. Dazu zählen zum Beispiel Lösungsmittel und Formaldehyd.

Besonders Formaldehyd kann drastische Langzeitschäden zur Folge haben. Es wird als Konservierungsmittel für Lacke, Farben und Kosmetika sowie in Spanplatten, Kunstharzen und Teppichböden genutzt. Formaldehyd in der Luft kann zu Schwindel, Kopfschmerzen und Langzeitschäden wie Krebserkrankungen führen.

Nicht zu lüften ist also auch keine Alternative, vor allem nicht wegen der Schimmelgefahr. Wird zu wenig gelüftet, können sich an schlecht belüfteten Kondensationspunkten wie Fensterbänken, hinter Schränken und Betten leicht Schimmelpilze bilden. Deren Sporen gelangen über die Atemwege in den kindlichen Organismus und können für Reizungen von Haut und Augen, Allergien und sogar Asthma verantwortlich sein. Aber wie kann ich mein Kind schützen?

Quelle und weiterführende Informationen zum Thema Formaldehyd: Deutsches grünes Kreuz für Gesundheit: http://dkg.de

Gift steht auf der Einkaufsliste!

Hier einige Tipps, wie Sie unnötige Belastungen durch schädliche Giftstoffe im Kinderzimmer vermeiden:

  • Das Selbstverständliche zuerst: Nicht rauchen! Setzen Sie Ihre Kinder nicht den unnötigen Giftstoffen, die durch das Passiv-Rauchen entstehen, aus.
  • Viel lüften! Ausgasungen von verschiedenen Giftstoffen sammeln sich im geschlossenen Zimmer. Mehrmals täglich stoßlüften, vor allem morgens und abends vor dem zu Bett gehen, reduziert die Schadstoffe im Zimmer effektiv und beugt Schimmelbildung vor.
  • Möbel nicht direkt an Außenwände stellen! Schimmel entsteht oft hinter Möbeln, die an Außenwänden platziert sind. Entweder etwas Platz zwischen Möbelstück und Wand freilassen oder große Möbelstücke an einer der anderen Wände platzieren.
  • Wischen, nicht saugen! Staubsauger sind Feinstaub-Schleudern. Über den Feinstaub gelangen viele der Schadstoffe in den Körper. Feucht wischen ist das beste Mittel gegen Feinstaub.
  • Keine VOC-haltigen Reinigungsmittel nutzen!
  • Renovieren und streichen im Frühjahr! Da nach dem Renovieren eine lange und gute Belüftung das beste Mittel gegen freigesetzte Giftstoffe ist, bietet sich das Frühjahr hierfür an. Auch ein Babyzimmer sollte frühzeitig vor dem Geburtstermin fertig gestrichen und eingerichtet sein.
  • Möbel und Spielzeug aus Kunststoff vermeiden, es sei denn, sie sind als Weichmacher-frei deklariert! Beim Hersteller nachfragen hilft.
  • Vollholzmöbel mit den entsprechenden Prüfsiegeln sind das probateste Mittel gegen Formaldehyd-belastete Kinderzimmer!
  • Auf Prüfsiegel achten!

Prüf-Siegel für sauberes Atmen

Das Öko-Tex Standard 100 Siegel: Ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen. Unsere Textilien tragen fast alle dieses Siegel. Gerade die größeren Hersteller wie FLEXA, DeBreuyn und Hoppekids haben keine Textilien ohne aussagekräftiges Siegel im Sortiment. Auch viele unserer Matratzen tragen das Öko-Tex Standard 100-Siegel.

FSC Zertifikat auf Holz: Garantiert Holzprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Die ökologischen Funktionen eines Waldes müssen erhalten bleiben. Schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Sichert die Rechte der Ureinwohner und der Arbeitnehmer.

Das Nordic Eco-Label: Hoppekids produziert Einrichtungsgegenstände, die dem Zertifikat des „Nordic Eco Labels“ unterliegen, dem Umweltzeichen der skandinavischen Länder. Das ist ein strenges Umweltsiegel, das garantiert, dass die Möbel ganzheitlich - von der Herstellung über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung - geringste Auswirkungen auf die Umwelt haben. Eines der strengsten Prüfsysteme weltweit, das Schadstofffreiheit garantiert.

Auch die TÜV- und GS-Zeichen geben Auskunft über sichere Kindermöbel. Hier wird vor allem die technische und die bauliche Verarbeitung des Produktes auf Herz und Nieren geprüft.

Was gibt es noch zu beachten?

Unsere Hersteller nutzen ausschließlich Lacke und Farben, die auf Wasserbasis basieren, beziehungsweise UV-Lacke, die umweltfreundlich, recycelbar und lösungsmittelfrei sind.

Auch das Thema Nachhaltigkeit und Langlebigkeit der Möbel sollte nicht unterschätzt werden. Wir leben in einem Ökosystem, das eng verzahnt arbeitet. Die Wälder unserer Erde halten unsere Luft sauber, daher ist es wichtig, diese zu schützen und darauf zu achten, Möbel möglichst aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu beziehen. Um Abfälle und die Belastung der Umwelt durch Neuproduktionen zu vermeiden, ist auch die Langlebigkeit von Möbelstücken ein wichtiges Argument. Mitwachsende und umbaubare Systemmöbel, wie sie die meisten unserer Hersteller anbieten, haben also nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern sind ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Nicht zuletzt, weil diese Möbel zumeist aus unbehandeltem Massivholz hergestellt werden, dem nachweislich unbedenklichsten Rohstoff, mit dem man das Kinderzimmer einrichten kann. So schonen Sie die Umwelt und schützen die Gesundheit Ihrer Kinder langfristig und ganzheitlich.

Einige unserer Hersteller für nachhaltige und geprüfte Kindermöbel im Überblick:

Quellenangaben:
www.luftanalyse-zentrum.de, www.bund.net, www.bfr.bund.de